1) Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat kürzlich eine App veröffentlicht “Interaktive Leitlinien für die Innere Medizin“, in Kooperation mit dem Springer-Verlag. Das ist eine sehr gute App, leider gibt es aktuell nur die Leitlinie “Venenthrombose”; ich hoffe, dass bald deutlich mehr Leitlinien verfügbar sein werden, um mit der App im klinischen Alltag einen Zusatznutzen zu haben. Die App ist verfügbar für Android-Systeme, iPhone und für das iPad. Mehr hier in einer ausführlichen PDF-Datei. Lt. Pressemeldung kann man “weitere Leitlinien .. künftig einzeln hinzubuchen”.

2) Ähnlich: vom Börm-Bruckmeier-Verlag gibt es eine App “DGK Pocket-Leitlinien” (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie). auch gratis. und wieder das Problem: erst eine Leitlinie (Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien), wenn deutlich mehr folgen, möglicherweise ganz praktisch.

3) iLiver, eine kostenlose, englischsprachige App für iOS herausgegeben von der “European Association for the Study of the Liver (EASL)” gefällt mir sehr gut. Für eine große Reihe hepatologischer Erkrankungen kann man hier von Klinik, Diagnose, Differentialdiagnose, Scoring-Systemen, Therapie, Algorithmen etc. eine Vielzahl an hilfreichen Informationen abfragen.  Nicht jeder von uns ist ja Hepatologe, oder?

4) Hilfe im Labor-Dschungel: Arup Consult ist eine kostenlose, englischsprachige App für iOS, mit deren Hilfe man Laborwerte in ihrer Indikation, differentialdiagnostisch hilfreiche Tests etc. finden kann; extrem ausführlich, und hat mir schon häufiger in der Klinik geholfen, insbesondere die zahlreichen Algorithmen. Die App wird zur Verfügung gestellt von einer Tochtergesellschaft der University of Utah.

5) LactMed: Sie sehen eine stillende Mutter und wissen nicht ob Sie ihr das Medikament geben dürfen oder wenn ja, in welcher Dosis? -> LactMed von der National Library of Medicine schafft hier großartige Abhilfe; ich habe es schon oft genutzt, auch als Notarzt sehr praktisch. Evidenz-basiert.

Zitat: “.. a database of drugs and dietary supplements that may affect breastfeeding. It includes information on the levels of such substances in breast milk and infant blood, and possible adverse effects in the nursing infant. Suggested therapeutic alternatives to those drugs are provided, where appropriate ..”

6) AsthmaApp: dieses iOS-App wird gratis von GlaxoSmithKline angeboten. Warum ich sie mir als Nicht-Asthmatiker installiert habe: wegen der Pollen- und Luftwerte für meine Standort, z.B. Ozon-Belastung (heute Rennrad fahren oder lieber nicht ..?). Asthmatiker finden das Tagebuch vielleicht praktisch oder den “Asthma-Kontrolltest” etc.  Kann man ja auch seinen Smartphone-affinen Patienten empfehlen.

7) zum Abschluß: immer mehr große Medizin-Fachzeitschriften bieten eine App für das iPad an, hier bei iMedialApps findet sich eine gute Auflistung darüber.

Wie immer: Tipps & Kritik erwünscht. Meine Tips kann ich nur für Apple´s iOS geben, da ich nach wie vor kein Android nutze; wer hier Ideen hat & meine Seite ergänzen möchte, ist herzlich eingeladen.

Übrigens: wie finde ich all diese Apps? -> ich gehe immer wieder in den Apple App-Store und suche in der Kategorie “Medizin” unter “Datum” und schaue mir dann die Apps durch; wenn eine App vielversprechend erscheint, dann lade ich sie mir aufs iPhone und manche schaffen es dann auch diese Website hier.

Schönen Sommer! < W. >

 

Zunächst möchte ich heute eine sehr aufwendig und gründlich erstellte App für iPhone/iPod Touch vorstellen: den Anamneseguide. Die Entwickler haben ein App konzipiert, welches sich meines Erachtens vor allem für Medizin-Studenten und Ärzte (v.a. Innere Medizin und Chirurgie) in den ersten Weiterbildungsjahren richtet, das mit Hilfe der Anamnese und körperlichen Untersuchung sowie Laborwerten eine Verdachtsdiagnose generiert; oder ausgehend von einer eigens gestellten Verdachtsdiagnose kann man diese kritisch überprüfen; zudem findet sich zu den gefunden Krankheitsbildern eine kurze Zusammenfassung. Dies ist sicherlich eine sehr hilfreiche App in der aufsteigenden Lernkurve in den Ausbildungsjahren. Das Einstiegsmodul umfasst den Komplex “Akutes Abdomen”, als In-App-Kauf können weitere Module erworben werden.  Kostenpunkt 3,99€, Link zum App-Store hier. Die ersten 4 Interessenten, die mir eine Mail schreiben, bekommen einen Gratis-Code.

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Für Pädiater interessant sein dürfte die kostenfreie App “ZAK” (Zugelassene Arzneimittel für Kinder), laut Eingenbeschreibung ”enthält [sie] Arzneimittel, die für mindestens eine pädiatrische Altersgruppe vom Neugeborenen bis zum Jugendlichen zugelassen sind und unterstützt die Auswahl einer altersgerechten Darreichungsform. …. ZAK® ist ein Projekt der gemeinnützigen HEXAL-Initiative Kinderarzneimittel.” (hier direkt die Link zur iPhone/iPod Touch-App “Mobil auf ZAK” im App-Store)

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Für Reisemedizin finde ich die Website “Fit for Travel” stets sehr nützlich. Die angebotenen Informationen gibt es nun auch als kostenfreie App für iPhone/iPod Touch sowie für Android. Das Angebot kommt von GlaxoSmithKline, deren weitere Apps im Medizin-Bereich hier zu finden sind.

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Für Internisten und Neurologen interessant: Dabigatran ist ja seit kurzer Zeit in der Thrombembolie-Prophylaxe bei Vorhofflimmern zugelassen. Die kostenfreie App “Managing Dabigatran” für iPhone/iPod Touch gibt zahlreiche Infos über die korrekte Dosierung, Management bei Blutungen, wann absetzen etc. Link zum Appstore.

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Ich möchte nochmal auf die Website der Medizin-Bibliothek der Uni Münster verweisen, wo eine große Liste mit Medizin-Apps geführt wird, die zwar mühselig zu durchforsten ist, aber einen guten Überblick gibt. Alphabetische Listung oder Listung nach Fachgebiet.

 

Bis bald,

Wolfgang

 

Als (junger) Notarzt kommt man gelegentlich möglicherweise doch an die Grenzen seines Wissens. Ich habe in letzter Zeit immer wieder Apps gesucht, die das Handeln in der Notfallmedizin unterstützen können. Hier nur ein paar Links zu Apps, die mir gefallen haben:

Pädiatrische Notfälle – großartig für Dosierungen, Physiologie bei Kindern, Tubus-Größe etc.:

1) PediCalc (Review bei iMedicalApps; 2,39€)

2) PediSafe (AppStore; 0,79€)

3) Kinder-Notfallscheibe (AppStore; 1,59€)

4) Kinderanästhesie (für iPhone/iPod Touch & Android); nach den Empfehlungen des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kinderanästhesie der DGAI. 2,39€

Desweiteren:

Memorix Notfallmedizin vom Thieme Verlag (über KittelCoach). 49,99€

# Notfall-Medizin-App. bekommt sehr gute Kritiken im Appstore. 9,99€ für iPhone/iPod Touch/iPad sowie 8,99€ für Android.

NotfallMedis (Review hier; 1,59€)

# Ich nutze immer wieder die kostenlose App von Micromedex, eine amerikanische Medikamenten-Datenbank, wo sich z.B. für Toxikologie sehr ausführliche Informationen finden, gerade auch für das prähospitale Management.

# Verbrennungen – “Mersey Burns”: eine britische kostenfreie App für iPhone/iPod Touch/iPad, wo sich recht einfach und akkurat die verbrannte Körperoberfläche errechnen läßt anhand eines Körperschemas, mit Parkland Formel für Volumen-Gabe. Sogar mit deutscher Übersetzung. Link zum AppStore.

# früher hatte ich schon mal referenziert – ich zitiere: “Als Notarzt nützlich, sollte es jemals so schlimm kommen: “UN Nummer” und “Gefahrgut“, falls mal doch ein LKW mit Gefahrgut umkippt und ich vor der Feuerwehr am Unfallort wissen will, womit man es lieber nicht zu tun bekommen möchte.”

Desweiteren ist ein Smartphone natürlich praktisch, z.B. um mit der eingebauten Kamera ein Foto vom Unfallort zu machen – wenn so viel Zeit bleibt. Oder um per Email z.B. das EKG des akuten Myokardinfarktes (STEMI/NSTEMI) in das Katheterlabor zu mailen, wenn es mit der sonstigen Übertragung nicht klappt – bei Unsicherheiten. Oder um z.B. aktuelle Algorithmen abzurufen, die man aus einer Zeitschrift raus-photographiert hat.

Natürlich ersetzen all diese Apps nicht die gründliche klinische Ausbildung und das Wissen des Notarztes, ich erachte sie dennoch als hilfreich im Einzelfall.

Wer hat noch gute Ideen für eine sinnvolle Nutzung von Smartphones in der Notfallmedizin? Freue mich über Anregungen bei den Kommentaren.

Gruß aus Würzburg, Wolfgang Offenberger