Als (junger) Notarzt kommt man gelegentlich möglicherweise doch an die Grenzen seines Wissens. Ich habe in letzter Zeit immer wieder Apps gesucht, die das Handeln in der Notfallmedizin unterstützen können. Hier nur ein paar Links zu Apps, die mir gefallen haben:

Pädiatrische Notfälle – großartig für Dosierungen, Physiologie bei Kindern, Tubus-Größe etc.:

1) PediCalc (Review bei iMedicalApps; 2,39€)

2) PediSafe (AppStore; 0,79€)

3) Kinder-Notfallscheibe (AppStore; 1,59€)

4) Kinderanästhesie (für iPhone/iPod Touch & Android); nach den Empfehlungen des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kinderanästhesie der DGAI. 2,39€

Desweiteren:

Memorix Notfallmedizin vom Thieme Verlag (über KittelCoach). 49,99€

# Notfall-Medizin-App. bekommt sehr gute Kritiken im Appstore. 9,99€ für iPhone/iPod Touch/iPad sowie 8,99€ für Android.

NotfallMedis (Review hier; 1,59€)

# Ich nutze immer wieder die kostenlose App von Micromedex, eine amerikanische Medikamenten-Datenbank, wo sich z.B. für Toxikologie sehr ausführliche Informationen finden, gerade auch für das prähospitale Management.

# Verbrennungen – “Mersey Burns”: eine britische kostenfreie App für iPhone/iPod Touch/iPad, wo sich recht einfach und akkurat die verbrannte Körperoberfläche errechnen läßt anhand eines Körperschemas, mit Parkland Formel für Volumen-Gabe. Sogar mit deutscher Übersetzung. Link zum AppStore.

# früher hatte ich schon mal referenziert – ich zitiere: “Als Notarzt nützlich, sollte es jemals so schlimm kommen: “UN Nummer” und “Gefahrgut“, falls mal doch ein LKW mit Gefahrgut umkippt und ich vor der Feuerwehr am Unfallort wissen will, womit man es lieber nicht zu tun bekommen möchte.”

Anmerkung 5. April 2013: vgl. auch meine neueren Ideen in diesem Post “Smartphones & Medizin – Frühlingsedition“. Anmerkung over.

Desweiteren ist ein Smartphone natürlich praktisch, z.B. um mit der eingebauten Kamera ein Foto vom Unfallort zu machen – wenn so viel Zeit bleibt. Oder um per Email z.B. das EKG des akuten Myokardinfarktes (STEMI/NSTEMI) in das Katheterlabor zu mailen, wenn es mit der sonstigen Übertragung nicht klappt – bei Unsicherheiten. Oder um z.B. aktuelle Algorithmen abzurufen, die man aus einer Zeitschrift raus-photographiert hat.

Natürlich ersetzen all diese Apps nicht die gründliche klinische Ausbildung und das Wissen des Notarztes, ich erachte sie dennoch als hilfreich im Einzelfall.

Wer hat noch gute Ideen für eine sinnvolle Nutzung von Smartphones in der Notfallmedizin? Freue mich über Anregungen bei den Kommentaren.

Gruß aus Würzburg, Wolfgang Offenberger