1) brandneu auf dem Markt & gratis: die STIKO-App (für iOS und für Android): “Die Empfeh­lungen der Stän­di­gen Impf­kommis­sion am Robert Koch-Institut (RKI)gibt es jetzt in Form einer App; … für die impfende Ärzte­schaft ent­wickelt, um sie bei Fragen zum Impfen im Praxis­alltag zu unter­stützen.” – Darauf habe ich schon lange gewartet. Vom Börm Bruckmeier-Verlag in gewohnt hoher Qualität erstellt. Exzellente Deutsch-sprachige Apps sind rar, diese wird dazugehören.

2) Seit kurzem ist der “Harvard Aspirin Guide” neben der iOS-Version auch für Android und als Website-Algorithmus erhältlich und meines Erachtens ein SEHR nützliches Tool in der täglichen Patientenversorgung bei der Frage ob ein Patient in der Primärprävention von Acetylsalicylsäure (ASS) profitiert oder nicht. auf  Englisch, free. (gefunden bei iMedicalApps).

3) Was ich auch hilfreich finde im Alltag ist diese App: SplenoCalc, im Deutschen Ärzteblatt fand sich eine Empfehlung: “Mit der App „SplenoCalc“ lässt sich die wahrscheinliche Perzentile der individuellen Milzgröße berechnen”: eine häufige Fragestellung in der täglichen Praxis, ob eine leichte vergrößerte Milz pathologisch ist oder nicht, insofern hilft die App (hier für iOS, hier für Android, kostenlos) Patienten und Ärztin/Arzt zu beruhigen oder aber entsprechende Kontrollen / weitere Untersuchungen zu veranlassen.

4) ein Kollege wies mich auf seine App (hier: http://www.merkregeln.de/) hin: “eine kleine Sammlung über Merkregeln.  Es gibt auch eine iOS und Android-App. PS: Es gibt auch eine englische Version namens mnemonics.co” Sicherlich eine interessante Sache v.a. für Medizinstudenten.

Beste Grüße aus Würzburg & Danke für Hinweise auf relevante Medizin-Apps,

Wolfgang

 

 

 

Liebe Leser meines Blogs,

der Frühling naht – höchste Zeit für ein paar frische Ideen, welche sich in den letzten Monaten angesammelt haben:

Heute werde ich eine Reihe von Ideen für Notfallmedizin & Innere Medizin präsentieren, dabei aber nicht nur auf Apps, sondern auch auf Links & Twitter verweisen.

+ Zunächst möchte ich einen Artikel aus der New York Times empfehlen (“Redefining Medicine With Apps and iPads”), der im September 2012 dort erschienen ist – eine gute Anregung, warum Smartphones / Tablets etc. im medizinischen Alltag eine Bereicherung darstellen können (vorsichtig ausgedrückt). Es lohnt sich allerdings auch sehr, die Kommentare dazu zu lesen, Essenz: “man muss smarter als die Software auf dem iPhone/iPad etc. sein”, und: man sollte nicht nur sein iPhone anfassen, sondern auch dem Patienten ausreichend Aufmerksamkeit widmen (vgl. auch Kommentar über einen Arzt in diesem lesenswerten Beitrag im Dt. Ärzteblatt). Letztlich sind all die Apps/Smarthphone-Ideen, die ich auf meiner Seite beschreibe, auch nur eine von mehreren Methoden, wie man an Wissen/Handlungsempfehlungen & Ergebnisse gelangt, und jeder im Gesundheitswesen Tätige muss für sich selbst überprüfen, inwiefern sein Handeln für sich oder für einen Patienten von einer solchen modernen Methoden profitieren oder Schaden nehmen kann. Vgl. auch Artikel im Deutschen Ärzteblatt “Smartphones und Tablet-PCs im Gesundheitswesen: Strategien für mobile Anwendungen“.

Nun aber zu neuen Apps, die mir aufgefallen sind:

+ Zunächst der Kinderarzt-Rechner, auf welchen mich der Autor & Kinderarzt Daniel Gräfe aufmerksam gemacht hat; kostenlos für Android und iOS erhältlich und noch dazu auf Deutsch – bravo! Auch die Website dazu ist praktisch.

+ Als Weiterbildungsassistent in der Inneren Medizin fand ich es immer wieder eine Herausforderung, eine Sepsis korrekt zu diagnostizieren und dann auch gut zu behandeln; hier könnten Apps eine Hilfestellung geben [leider nur auf Englisch], so z.B. “Survive Sepsis” (gratis für iOS, gratis für Android). Ähnlich auch kostenlos & auf Englisch, für iOS: Sepsis6. Diese App-Entwickler aus London/UK bieten auch eine App für iOS zum Thema “Acute Kidney Injury” an.

+ Bevor ich dazu kam, einen Echokardiographie-Kurs zu absolvieren, habe ich mir ein paar Apps dazu angeschaut, die in der frühen Lerner-Phase zwar ein Lehrbuch nicht ersetzen können [neben viel Übung], aber am Sono-Gerät vielleicht leichter erreichbar sind als das Lehrbuch im nächsten Arztzimmer; z.B. die kostenlose FATE Card für iOS oder für Android (beides Englisch); EchoCalc von der British Society of Echocardiography (für iOS, für Android) oder die sehr ausführliche App “EchoSource” für 4,49€, nur für iOS. Epocrates bietet für iOS auch einen kostenlosen, aber sehr viel Speicherplatz beanspruchenden (744 MB!) “Echocardiography Atlas” an. Die Echo-Karte vom Börm Bruckmeier-Verlag ist auch erhältlich, für iOS (2,69€) und für Android (2,99€) Hier die Link zu allen Apps unter Stichwort “Echocardiography” im Google Playstore.

 

+ Ich hatte früher schonmal einige Apps für Notfallmedizin empfohlen (hier), mittlerweile habe ich ein paar neue Apps gefunden; man muss in der Vielzahl der Apps sich halt für die eine oder andere entscheiden; sehr gut gefallen mir Folgende:

- das “Notfallmedizin pocket” von Börm Bruckmeier (iOS  und Android, für je 6,99€, Deutsch!) – SUPER!

- CPR Game – großartig!! damit kann man, besonders wenn man selten reanimiert, den Reanimations-Algorithmus durchspielen, mit Feedback. 1,79€, nur iOS, sehr gut angelegtes Geld. Versprochen, die nächste Reanimation wird professioneller! vgl. auch Review bei iMedicalApps (“how an app helped me become a better doctor”) -> dem kann ich nur zustimmen. Bei iMedicalApps wurde es zu einer der “most innovate Apps 2012” gewählt.

- “10 Second EM” (iOS für 1,99$ ; Review auf iMedicalApps.com); Android 2,50€)

- “ERres – Emergency Medicine in the Palm of your hand” (iOS für 3,59€; Android für 1,51€)

- MEDRILLS bietet sehr gute (kostenpflichtige, Englisch-sprachige) Video-Apps für iOS und Android an, um sich auf Notfall-Prozeduren vorzubereiten (bevor man es praktisch dann auch übt & umsetzt). Review bei iMedicalApps.

Abschließend hier die Link zu allen Apps im Google Playstore unter Stichwort “Notfallmedizin”; hier iOS-Appstore unter Buchstabe N bei Notfall schauen.

 

+ Palliativmedizin: im Deutschen Ärzteblatt wurde vor kurzem die App “Palliativ-Portal” vorgestellt, “Das mobile Palliativ-Portal für alle Berufsgruppen im Hospiz- und Palliativbereich. Hier finden Sie Adresslisten von Ärzten, sowie Hospiz- und Palliativeinrichtungen mit integrierter Kartenfunktion. Informieren Sie sich über Stellenangebote, aktuelle Informationen und Veranstaltungen.” Kostenlos für iOS und für Android.

+ Dolmetscher-Apps: im Ärzteblatt ist hierzu ein längerer Artikel veröffentlicht worden, have a look. Ich habe bislang – wenn ein PC in der Nähe war, dazu auch gerne Google Translate genutzt, auch als kostenlose App für iOS und für Android.

+ Für Medizinstudenten/innen vor dem Hammerexamen sehr interessant: “AMBOSSist ein Projekt zum “Kreuzen” von jungen Medizinern, welches ich mir selbst angeschaut habe und es sehr empfehlenswert finde (und ich habe SEHR VIEL gekreuzt in meinem Studium). Man kann einerseits IMPP-Fragen beantworten, andererseits (Zitat eines der Entwickler) wurde “in über 700 mit den MC-Fragen vernetzten Lernkarten einen online verfügbaren Lehrbuchbereich erstellt, der in dieser Form etwas völlig neues darstellt. Das Programm “AMBOSS” und viele weitere Informationen finden Sie unter www.miamed.de“. – Schaut mal rein bei Interesse (man kann es kostenlos testen), mich hat es sehr angesprochen. Eine App könnte eines Tages natürlich das mobile Kreuzen deutlich komfortabler machen.

+ In letzter Zeit habe ich ein paar Notfallmedizin-Websites gefunden, die ich gerne teilen möchte; warum mache ich das auf dieser Seite, die auf Apps für Mediziner spezialisiert ist? Weil die Ärzte, die hinter den folgenden Seiten stehen, selbst fleißige Web2-User sind, und viel mit Podcasts und Twitter arbeiten – “Social Media” wie Facebook oder Twitter werden ja auch von Ärzten sehr gerne genutzt. Insofern perfekt, um auf dem Smartphone oder Tablet im Dienst auf dem Laufenden zu bleiben, wenn man gerade Pause hat.  Leider sind diese Seiten auf Englisch, aber das tut der großartigen Art & Weise, wie man sich dort weiterbilden kann, keinen Abbruch – Medizin ist international, right?

- EMCrit Blog: Scott Weingart aus New York City präsentiert hier regelmäßig neueste Weisheiten über Emergency Medicine und Critical Care, dies aus frische Art & Weise, und es gibt ausgesprochen lehrreiche Videos über invasive Prozeduren.

- Academic Life in Emergency Medicine:  Michelle Lin, eine Emergency Medicine-Ärztin von der Universität San Francisco als Editor-in-chief, beschreibt auf ihrer Seite mit Hilfe anderer Autoren vor allem Neuigkeiten, die für die Weiterbildung relevant sind:

“This blog aims to give you a “behind the scenes” peek into this exciting specialty of Emergency Medicine. We aim to bridge the traditional world of academia and the modern world of social media as medical educators interested in emerging technologies. Come join the FOAM (Free Open Access Meducation) [mehr dazu weiter unten; Anm. des Autors] movement towards open collaboration and discussion.
Mon: Tweet pearls of the week
Tue
: Tricks of the Trade in EM
Thu: “Paucis Verbis” pocket cards
Fri: Medical education topics
Sun: Patwari Academy whiteboard videos”

Großartig finde ich, dass sie z.B. ihre Pocket Cards teilt, so dass man z.B. über Evernote oder DropBox gratis darauf zugreifen kann; diese Karten sind ausgesprochen lehrreich und ich stelle mir ihre Nutzung in einer Notaufnahme sehr praktisch vor. Auch die Videos sind uneingeschränkt zu empfehlen, so z.B. hier über Thoraxtrauma.

- UltraSound Podcast: hier bekommt man richtig Lust auf Ultraschall für alle möglichen Indikationen! Witzig präsentiert. Hier Link zu ihren Podcasts bei iTunes. Natürlich gibt es auch Ultraschall-Apps, eine (für Anfänger gut) ist z.B. “One Minute Ultrasound”, kostenlos & englisch (iOS, Android); hier Review bei iMedicalApps.com; oder auch “Emergency Medicine Ultrasound” (4,49€ für iOS).

+ Schonmal vom “Google Glass” gehört? -> hier gibt´s einen spannenden Blick in die Zukunft. Don´t forget: “Don´t be evil”! hier Kritik bei Zeit Online.

+ Abschließend möchte ich noch ein paar wenige Worte über Twitter verlieren: bislang hielt ich es für eine Spielerei, aber aus Interesse habe ich mir das nun auch mal genauer angeschaut: oben genannte Ärzte in den USA (EMCrit & Co), aber auch in Australien oder England, nutzen Twitter intensiv zum kollegialen Austausch, z.B. um sich über neueste Studien auszutauschen, Meinungen zu hören, oder um junge Ärzte weiterzubilden. Siehe Artikel “How Twitter has helped me become a better doctor“. Ein wichtiger Begriff hier ist FOAMEd = Free Online Access Medical Education; eine gute Seite mit Info hierüber findet sich hier. Wer schon Twitter nutzt sollte einfach mal “#foamed” (“the Twitter hashtag”) eingeben, das Ergebnis ist sehr spannend. Aktuell findet in Sydney/Australien eine große Konferenz zu dem Thema statt, SMACC2013. Wer weiß ob in den nächsten Jahren solche Formen der Online-Kollaboration nicht auch im Deutsch-sprachigen Raum Verbreitung finden werden? Eine Gefahr sehe ich allerdings darin, sich im Twitter-Online-Nirwana zu verirren.

So viel für heute – nach wie vor: Feedback hält meine Motivation am Laufen, kommentiert was ich schreibe, gebt Empfehlungen ab & kritisiert diese Seite – alles ist willkommen.

Viele Grüße aus Würzburg – Wolfgang Offenberger

 

1) Die Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) hat kürzlich eine App veröffentlicht “Interaktive Leitlinien für die Innere Medizin“, in Kooperation mit dem Springer-Verlag. Das ist eine sehr gute App, leider gibt es aktuell nur die Leitlinie “Venenthrombose”; ich hoffe, dass bald deutlich mehr Leitlinien verfügbar sein werden, um mit der App im klinischen Alltag einen Zusatznutzen zu haben. Die App ist verfügbar für Android-Systeme, iPhone und für das iPad. Mehr hier in einer ausführlichen PDF-Datei. Lt. Pressemeldung kann man “weitere Leitlinien .. künftig einzeln hinzubuchen”.

2) Ähnlich: vom Börm-Bruckmeier-Verlag gibt es eine App “DGK Pocket-Leitlinien” (Deutsche Gesellschaft für Kardiologie). auch gratis. und wieder das Problem: erst eine Leitlinie (Diagnostik und Therapie der Dyslipidämien), wenn deutlich mehr folgen, möglicherweise ganz praktisch.

3) iLiver, eine kostenlose, englischsprachige App für iOS herausgegeben von der “European Association for the Study of the Liver (EASL)” gefällt mir sehr gut. Für eine große Reihe hepatologischer Erkrankungen kann man hier von Klinik, Diagnose, Differentialdiagnose, Scoring-Systemen, Therapie, Algorithmen etc. eine Vielzahl an hilfreichen Informationen abfragen.  Nicht jeder von uns ist ja Hepatologe, oder?

4) Hilfe im Labor-Dschungel: Arup Consult ist eine kostenlose, englischsprachige App für iOS, mit deren Hilfe man Laborwerte in ihrer Indikation, differentialdiagnostisch hilfreiche Tests etc. finden kann; extrem ausführlich, und hat mir schon häufiger in der Klinik geholfen, insbesondere die zahlreichen Algorithmen. Die App wird zur Verfügung gestellt von einer Tochtergesellschaft der University of Utah.

5) LactMed: Sie sehen eine stillende Mutter und wissen nicht ob Sie ihr das Medikament geben dürfen oder wenn ja, in welcher Dosis? -> LactMed von der National Library of Medicine schafft hier großartige Abhilfe; ich habe es schon oft genutzt, auch als Notarzt sehr praktisch. Evidenz-basiert.

Zitat: “.. a database of drugs and dietary supplements that may affect breastfeeding. It includes information on the levels of such substances in breast milk and infant blood, and possible adverse effects in the nursing infant. Suggested therapeutic alternatives to those drugs are provided, where appropriate ..”

6) AsthmaApp: dieses iOS-App wird gratis von GlaxoSmithKline angeboten. Warum ich sie mir als Nicht-Asthmatiker installiert habe: wegen der Pollen- und Luftwerte für meine Standort, z.B. Ozon-Belastung (heute Rennrad fahren oder lieber nicht ..?). Asthmatiker finden das Tagebuch vielleicht praktisch oder den “Asthma-Kontrolltest” etc.  Kann man ja auch seinen Smartphone-affinen Patienten empfehlen.

7) zum Abschluß: immer mehr große Medizin-Fachzeitschriften bieten eine App für das iPad an, hier bei iMedialApps findet sich eine gute Auflistung darüber.

Wie immer: Tipps & Kritik erwünscht. Meine Tips kann ich nur für Apple´s iOS geben, da ich nach wie vor kein Android nutze; wer hier Ideen hat & meine Seite ergänzen möchte, ist herzlich eingeladen.

Übrigens: wie finde ich all diese Apps? -> ich gehe immer wieder in den Apple App-Store und suche in der Kategorie “Medizin” unter “Datum” und schaue mir dann die Apps durch; wenn eine App vielversprechend erscheint, dann lade ich sie mir aufs iPhone und manche schaffen es dann auch diese Website hier.

Schönen Sommer! < W. >

 

Mit der Auskultation des Herzens habe ich mich als Medizinstudent persönlich immer ein wenig schwer getan, schön & strukturiert bringt einem das ja auch kaum noch jemand bei heute, weil eh jeder Patient in der Kardiologie eine Echokardiographie erhält. Wem es ähnlich geht wie mir, dem gefällt vielleicht ein tolles App für iPhone/iPod Touch/iPad, welches [...]

 

Ich komme nicht drumherum, folgenden Artikel zu verlinken: Die Experten von iMedicalApps haben hier in ihrem Artikel ein paar Apps gelistet, welches iPhone- und iOS-affine Kardiologen interessieren könnte. Welche Apps könnten Kardiologen noch nützlich finden? z.B. MedCalc, welches als eines der wenigen herausragenden deutsch-sprachigen Programme gerade erst wieder um etliche Formeln ergänzt wurde. Was nutzt [...]

 

Medizin-Software für iPhone/iPod Touch.