1) Die Seite “PubMed” der amerikanischen National Library of Medicine ist wahrscheinlich jedem jüngerem Mediziner und so manchem älteren Mediziner ein Begriff. Die Standard-Webseite erscheint manchmal sehr unübersichtlich, und sicherlich nicht geeignet zur Ansicht auf einem kleinen Smartphone. Nun haben die Amerikaner eine mobile Version online gestellt, welche sich prima auch für Smartphones eignet, sei es das iPhone, ein Palm Pre oder ein Android- oder Windows-Mobile-Gerät.

Dies ist die Link: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/m/pubmed/

Wenn man sie im Smartphone-Browser unter Favoriten abspeichert, hat man das ganz schnell zur Hand.

Die Macher von iMedicalApps beschreiben die neue mobile Seite hier noch mehr im Detail, und wem die mobile PubMed-Webseite  nicht reicht, der findet u.U. auf dieser ausführlichen Beschreibung von PubMed-fähigen Apps sein Wunschprogramm, um seine Fragestellung über PubMed beantworten zu können; so ähnlich auch beim PalmDoc.net .

2) Wer noch kein Smartphone hat und den Kauf eines solchen erwägt, der findet bei ZEIT ONLINE hier eine schöne Übersicht über gängige aktuelle Smartphone-Modelle und die aktuellen Betriebssysteme – dieses Jahr flammt die Schlacht um die Vormacht der Betriebssysteme auf mobilen Endgeräten wieder auf!

Wer sich für ein Tablet-PC (mehr über diese Geräte-Klasse bei Wikipedia) wie das iPad von Apple interessiert, der könnte an folgendem Artikel in der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) Gefallen finden, welcher anläßlich des Verkaufstartes von Apples iPad 2 erschienen ist.

3) Eine interessante Neuigkeit las ich kürzlich: In vielen deutschen Arzt-Praxen findet die Software “MEDISTAR” Verwendung. Auf der MEDICA 2010 hat der Hersteller letzten Oktober eine App fürs iPhone präsentiert, mit welcher dereinst der mobile Zugriff auf Patienteninformationen möglich sein soll. Siehe hier. Ich weiß jetzt nicht, wie das Datenschutz-mäßig gelöst ist, aber die Idee klingt sehr spannend, z.B. für Hausbesuche.

4) Und wieder mal ein App fürs iPhone: Wer ein kostenloses, sehr ausführliches Arzneimittel-Programm sucht, dem gefällt möglicherweise “Arznei aktuell” des “ifap Service-Institut für Ärzte und Apotheker GmbH”.

5) Zum Schluß was Futuristisches: werden wir eines Tages noch Notärzte oder Notfallmediziner in Aufnahmestationen mit mobilen Ultraschall-Geräten mit dem Smartphone als Monitor erleben? Hier könnt Ihr mehr über aktuelle Entwicklungen lesen, im New England Journal of Medicine nennen sie es das “Ultrasound Stethoscope“.

So weit, so gut. Schönen Gruß aus Unterfranken, Wolfgang Offenberger

 

Eine häufige Frage, die ich mir stelle, lautet: Wie kann ich all das, was z.B. an medizinischen Neuigkeiten täglich in mein Hirn einströmt durch Fachzeitschriften, Online-CME-Beiträge, Vorträge, Tipps von Oberärzten/-ärztinnen etc. am besten ingestiert werden? Ich vergesse vieles, möchte aber dennoch u.U. darauf zurückgreifen können. Deswegen mache ich mir bislang falls Zeit ist elektronische Notizen auf meinem Palm (“Memos”). Da der Palm allerdings ein Auslaufmodell ist und ich persönlich die Zukunft als “all-inclusive Lösung” im iPhone oder einen Android-Gerät sehe, schaue ich mich oft nach Alternativen für diese Memos um.

Eine Alternative möchte ich heute vorstellen: sie heißt “Zotero“; Zotero ist gratis erhältlich hier und arbeitet momentan noch als Plugin im Firefox-Browser, bald soll auch eine Desktop-Version (“Zotero Everywhere”) erscheinen (mehr hier). Das Plugin ist auch auf Deutsch verfügbar. Zotero öffnet sich im Browser als ein kleines Fenster am unteren Bildrand oder im Vollbild und verwaltet als Bibliotheks-Programm gesammelte Daten aller Art. Das tolle ist, dass man aus dem Firefox-Browser heraus mit einem Mausklick bereits bibliographische Informationen und Abstracts in seine Zotero-Bibliothek einpflegen kann, diese mit Bemerkungen versehen oder “tags” versehen kann u.v.m. Man kann auch PDF-Dateien anhängen, und die Bibliothek lässt sich mittels Stichwortsuche bequem durchsuchen.

Auch kostenfreie Plugins zur Integration in Textprogramme wie  Microsoft Word oder Open Office stehen zur Verfügung – hier kann man sich unter Umständen dann teure Software wie EndNote oder Reference Manager sparen [alte EndNote-Bibliotheken können z.B. auch in Zotero importiert werden, siehe hier und hier]. Für größere Datenpakete zur Speicherung auf Zotero-Servern wird eine geringe Gebühr fällig, Info hier.


Get Zotero

Warum schreibe ich dies in meinem PDA-Blog für Mediziner? Weil viele Mediziner in der Forschung tätig sind, nebenbei oder Vollzeit. Weil man sich diese gesammelten Daten über Internet-Browser auch auf mobilen Geräten wie iPhone oder anderen Smartphones ansehen kann, nach kostenloser Registrierung. Weil Zotero gratis ist. Weil Zotero als ein Universitäts-Projekt mit der Andrew W. Mellon Foundation im Rücken beständig ausgebaut wird und verbessert wird [so soll es bald auch für andere Browser wie Safari oder Google Chrome erhältlich sein]. Ich könnte mir vorstellen, dass es einst ein “Zotero-App” für iPhone oder Android-Geräte gibt. Weil es im Gegensatz zu so manchem kommerziellem Produkt gut exportierbar in andere Daten-Formate ist (denn wer weiß schon, ob die Daten, welche man heute in diesem Format generiert, in einigen Jahren mit Software XY im jenem Format kompatibel sind!?).

Ich beginne auch erst, Zotero intensiver zu nutzen, bin aber überzeugt, dass Zotero ganz großes Potential hat.

Alternativen zu Zotero findet Ihr auf dieser Seite, eine davon erscheint mir auch sehr vielversprechend, Mendeley, welche ähnlich funktioniert wie Zotero, aber zudem schon über ein iPhone App verfügt.

Was denkt Ihr über Zotero? Was habt Ihr für Ideen zu dieser Thematik? Ich freue mich über Kommentare und Anregungen in den Kommentaren!

Gesegnetes Weihnachtsfest und neues Jahr 2011 wünscht Wolfgang Offenberger!