Liebe Leser meines Blogs,

der Frühling naht – höchste Zeit für ein paar frische Ideen, welche sich in den letzten Monaten angesammelt haben:

Heute werde ich eine Reihe von Ideen für Notfallmedizin & Innere Medizin präsentieren, dabei aber nicht nur auf Apps, sondern auch auf Links & Twitter verweisen.

+ Zunächst möchte ich einen Artikel aus der New York Times empfehlen (“Redefining Medicine With Apps and iPads”), der im September 2012 dort erschienen ist – eine gute Anregung, warum Smartphones / Tablets etc. im medizinischen Alltag eine Bereicherung darstellen können (vorsichtig ausgedrückt). Es lohnt sich allerdings auch sehr, die Kommentare dazu zu lesen, Essenz: “man muss smarter als die Software auf dem iPhone/iPad etc. sein”, und: man sollte nicht nur sein iPhone anfassen, sondern auch dem Patienten ausreichend Aufmerksamkeit widmen (vgl. auch Kommentar über einen Arzt in diesem lesenswerten Beitrag im Dt. Ärzteblatt). Letztlich sind all die Apps/Smarthphone-Ideen, die ich auf meiner Seite beschreibe, auch nur eine von mehreren Methoden, wie man an Wissen/Handlungsempfehlungen & Ergebnisse gelangt, und jeder im Gesundheitswesen Tätige muss für sich selbst überprüfen, inwiefern sein Handeln für sich oder für einen Patienten von einer solchen modernen Methoden profitieren oder Schaden nehmen kann. Vgl. auch Artikel im Deutschen Ärzteblatt “Smartphones und Tablet-PCs im Gesundheitswesen: Strategien für mobile Anwendungen“.

Nun aber zu neuen Apps, die mir aufgefallen sind:

+ Zunächst der Kinderarzt-Rechner, auf welchen mich der Autor & Kinderarzt Daniel Gräfe aufmerksam gemacht hat; kostenlos für Android und iOS erhältlich und noch dazu auf Deutsch – bravo! Auch die Website dazu ist praktisch.

+ Als Weiterbildungsassistent in der Inneren Medizin fand ich es immer wieder eine Herausforderung, eine Sepsis korrekt zu diagnostizieren und dann auch gut zu behandeln; hier könnten Apps eine Hilfestellung geben [leider nur auf Englisch], so z.B. “Survive Sepsis” (gratis für iOS, gratis für Android). Ähnlich auch kostenlos & auf Englisch, für iOS: Sepsis6. Diese App-Entwickler aus London/UK bieten auch eine App für iOS zum Thema “Acute Kidney Injury” an.

+ Bevor ich dazu kam, einen Echokardiographie-Kurs zu absolvieren, habe ich mir ein paar Apps dazu angeschaut, die in der frühen Lerner-Phase zwar ein Lehrbuch nicht ersetzen können [neben viel Übung], aber am Sono-Gerät vielleicht leichter erreichbar sind als das Lehrbuch im nächsten Arztzimmer; z.B. die kostenlose FATE Card für iOS oder für Android (beides Englisch); EchoCalc von der British Society of Echocardiography (für iOS, für Android) oder die sehr ausführliche App “EchoSource” für 4,49€, nur für iOS. Epocrates bietet für iOS auch einen kostenlosen, aber sehr viel Speicherplatz beanspruchenden (744 MB!) “Echocardiography Atlas” an. Die Echo-Karte vom Börm Bruckmeier-Verlag ist auch erhältlich, für iOS (2,69€) und für Android (2,99€) Hier die Link zu allen Apps unter Stichwort “Echocardiography” im Google Playstore.

 

+ Ich hatte früher schonmal einige Apps für Notfallmedizin empfohlen (hier), mittlerweile habe ich ein paar neue Apps gefunden; man muss in der Vielzahl der Apps sich halt für die eine oder andere entscheiden; sehr gut gefallen mir Folgende:

- das “Notfallmedizin pocket” von Börm Bruckmeier (iOS  und Android, für je 6,99€, Deutsch!) – SUPER!

- CPR Game – großartig!! damit kann man, besonders wenn man selten reanimiert, den Reanimations-Algorithmus durchspielen, mit Feedback. 1,79€, nur iOS, sehr gut angelegtes Geld. Versprochen, die nächste Reanimation wird professioneller! vgl. auch Review bei iMedicalApps (“how an app helped me become a better doctor”) -> dem kann ich nur zustimmen. Bei iMedicalApps wurde es zu einer der “most innovate Apps 2012” gewählt.

- “10 Second EM” (iOS für 1,99$ ; Review auf iMedicalApps.com); Android 2,50€)

- “ERres – Emergency Medicine in the Palm of your hand” (iOS für 3,59€; Android für 1,51€)

- MEDRILLS bietet sehr gute (kostenpflichtige, Englisch-sprachige) Video-Apps für iOS und Android an, um sich auf Notfall-Prozeduren vorzubereiten (bevor man es praktisch dann auch übt & umsetzt). Review bei iMedicalApps.

Abschließend hier die Link zu allen Apps im Google Playstore unter Stichwort “Notfallmedizin”; hier iOS-Appstore unter Buchstabe N bei Notfall schauen.

 

+ Palliativmedizin: im Deutschen Ärzteblatt wurde vor kurzem die App “Palliativ-Portal” vorgestellt, “Das mobile Palliativ-Portal für alle Berufsgruppen im Hospiz- und Palliativbereich. Hier finden Sie Adresslisten von Ärzten, sowie Hospiz- und Palliativeinrichtungen mit integrierter Kartenfunktion. Informieren Sie sich über Stellenangebote, aktuelle Informationen und Veranstaltungen.” Kostenlos für iOS und für Android.

+ Dolmetscher-Apps: im Ärzteblatt ist hierzu ein längerer Artikel veröffentlicht worden, have a look. Ich habe bislang – wenn ein PC in der Nähe war, dazu auch gerne Google Translate genutzt, auch als kostenlose App für iOS und für Android.

+ Für Medizinstudenten/innen vor dem Hammerexamen sehr interessant: “AMBOSSist ein Projekt zum “Kreuzen” von jungen Medizinern, welches ich mir selbst angeschaut habe und es sehr empfehlenswert finde (und ich habe SEHR VIEL gekreuzt in meinem Studium). Man kann einerseits IMPP-Fragen beantworten, andererseits (Zitat eines der Entwickler) wurde “in über 700 mit den MC-Fragen vernetzten Lernkarten einen online verfügbaren Lehrbuchbereich erstellt, der in dieser Form etwas völlig neues darstellt. Das Programm “AMBOSS” und viele weitere Informationen finden Sie unter www.miamed.de“. – Schaut mal rein bei Interesse (man kann es kostenlos testen), mich hat es sehr angesprochen. Eine App könnte eines Tages natürlich das mobile Kreuzen deutlich komfortabler machen.

+ In letzter Zeit habe ich ein paar Notfallmedizin-Websites gefunden, die ich gerne teilen möchte; warum mache ich das auf dieser Seite, die auf Apps für Mediziner spezialisiert ist? Weil die Ärzte, die hinter den folgenden Seiten stehen, selbst fleißige Web2-User sind, und viel mit Podcasts und Twitter arbeiten – “Social Media” wie Facebook oder Twitter werden ja auch von Ärzten sehr gerne genutzt. Insofern perfekt, um auf dem Smartphone oder Tablet im Dienst auf dem Laufenden zu bleiben, wenn man gerade Pause hat.  Leider sind diese Seiten auf Englisch, aber das tut der großartigen Art & Weise, wie man sich dort weiterbilden kann, keinen Abbruch – Medizin ist international, right?

- EMCrit Blog: Scott Weingart aus New York City präsentiert hier regelmäßig neueste Weisheiten über Emergency Medicine und Critical Care, dies aus frische Art & Weise, und es gibt ausgesprochen lehrreiche Videos über invasive Prozeduren.

- Academic Life in Emergency Medicine:  Michelle Lin, eine Emergency Medicine-Ärztin von der Universität San Francisco als Editor-in-chief, beschreibt auf ihrer Seite mit Hilfe anderer Autoren vor allem Neuigkeiten, die für die Weiterbildung relevant sind:

“This blog aims to give you a “behind the scenes” peek into this exciting specialty of Emergency Medicine. We aim to bridge the traditional world of academia and the modern world of social media as medical educators interested in emerging technologies. Come join the FOAM (Free Open Access Meducation) [mehr dazu weiter unten; Anm. des Autors] movement towards open collaboration and discussion.
Mon: Tweet pearls of the week
Tue
: Tricks of the Trade in EM
Thu: “Paucis Verbis” pocket cards
Fri: Medical education topics
Sun: Patwari Academy whiteboard videos”

Großartig finde ich, dass sie z.B. ihre Pocket Cards teilt, so dass man z.B. über Evernote oder DropBox gratis darauf zugreifen kann; diese Karten sind ausgesprochen lehrreich und ich stelle mir ihre Nutzung in einer Notaufnahme sehr praktisch vor. Auch die Videos sind uneingeschränkt zu empfehlen, so z.B. hier über Thoraxtrauma.

- UltraSound Podcast: hier bekommt man richtig Lust auf Ultraschall für alle möglichen Indikationen! Witzig präsentiert. Hier Link zu ihren Podcasts bei iTunes. Natürlich gibt es auch Ultraschall-Apps, eine (für Anfänger gut) ist z.B. “One Minute Ultrasound”, kostenlos & englisch (iOS, Android); hier Review bei iMedicalApps.com; oder auch “Emergency Medicine Ultrasound” (4,49€ für iOS).

+ Schonmal vom “Google Glass” gehört? -> hier gibt´s einen spannenden Blick in die Zukunft. Don´t forget: “Don´t be evil”! hier Kritik bei Zeit Online.

+ Abschließend möchte ich noch ein paar wenige Worte über Twitter verlieren: bislang hielt ich es für eine Spielerei, aber aus Interesse habe ich mir das nun auch mal genauer angeschaut: oben genannte Ärzte in den USA (EMCrit & Co), aber auch in Australien oder England, nutzen Twitter intensiv zum kollegialen Austausch, z.B. um sich über neueste Studien auszutauschen, Meinungen zu hören, oder um junge Ärzte weiterzubilden. Siehe Artikel “How Twitter has helped me become a better doctor“. Ein wichtiger Begriff hier ist FOAMEd = Free Online Access Medical Education; eine gute Seite mit Info hierüber findet sich hier. Wer schon Twitter nutzt sollte einfach mal “#foamed” (“the Twitter hashtag”) eingeben, das Ergebnis ist sehr spannend. Aktuell findet in Sydney/Australien eine große Konferenz zu dem Thema statt, SMACC2013. Wer weiß ob in den nächsten Jahren solche Formen der Online-Kollaboration nicht auch im Deutsch-sprachigen Raum Verbreitung finden werden? Eine Gefahr sehe ich allerdings darin, sich im Twitter-Online-Nirwana zu verirren.

So viel für heute – nach wie vor: Feedback hält meine Motivation am Laufen, kommentiert was ich schreibe, gebt Empfehlungen ab & kritisiert diese Seite – alles ist willkommen.

Viele Grüße aus Würzburg – Wolfgang Offenberger

 

Als (junger) Notarzt kommt man gelegentlich möglicherweise doch an die Grenzen seines Wissens. Ich habe in letzter Zeit immer wieder Apps gesucht, die das Handeln in der Notfallmedizin unterstützen können. Hier nur ein paar Links zu Apps, die mir gefallen haben:

Pädiatrische Notfälle – großartig für Dosierungen, Physiologie bei Kindern, Tubus-Größe etc.:

1) PediCalc (Review bei iMedicalApps; 2,39€)

2) PediSafe (AppStore; 0,79€)

3) Kinder-Notfallscheibe (AppStore; 1,59€)

4) Kinderanästhesie (für iPhone/iPod Touch & Android); nach den Empfehlungen des Wissenschaftlichen Arbeitskreises Kinderanästhesie der DGAI. 2,39€

Desweiteren:

Memorix Notfallmedizin vom Thieme Verlag (über KittelCoach). 49,99€

# Notfall-Medizin-App. bekommt sehr gute Kritiken im Appstore. 9,99€ für iPhone/iPod Touch/iPad sowie 8,99€ für Android.

NotfallMedis (Review hier; 1,59€)

# Ich nutze immer wieder die kostenlose App von Micromedex, eine amerikanische Medikamenten-Datenbank, wo sich z.B. für Toxikologie sehr ausführliche Informationen finden, gerade auch für das prähospitale Management.

# Verbrennungen – “Mersey Burns”: eine britische kostenfreie App für iPhone/iPod Touch/iPad, wo sich recht einfach und akkurat die verbrannte Körperoberfläche errechnen läßt anhand eines Körperschemas, mit Parkland Formel für Volumen-Gabe. Sogar mit deutscher Übersetzung. Link zum AppStore.

# früher hatte ich schon mal referenziert – ich zitiere: “Als Notarzt nützlich, sollte es jemals so schlimm kommen: “UN Nummer” und “Gefahrgut“, falls mal doch ein LKW mit Gefahrgut umkippt und ich vor der Feuerwehr am Unfallort wissen will, womit man es lieber nicht zu tun bekommen möchte.”

Anmerkung 5. April 2013: vgl. auch meine neueren Ideen in diesem Post “Smartphones & Medizin – Frühlingsedition“. Anmerkung over.

Desweiteren ist ein Smartphone natürlich praktisch, z.B. um mit der eingebauten Kamera ein Foto vom Unfallort zu machen – wenn so viel Zeit bleibt. Oder um per Email z.B. das EKG des akuten Myokardinfarktes (STEMI/NSTEMI) in das Katheterlabor zu mailen, wenn es mit der sonstigen Übertragung nicht klappt – bei Unsicherheiten. Oder um z.B. aktuelle Algorithmen abzurufen, die man aus einer Zeitschrift raus-photographiert hat.

Natürlich ersetzen all diese Apps nicht die gründliche klinische Ausbildung und das Wissen des Notarztes, ich erachte sie dennoch als hilfreich im Einzelfall.

Wer hat noch gute Ideen für eine sinnvolle Nutzung von Smartphones in der Notfallmedizin? Freue mich über Anregungen bei den Kommentaren.

Gruß aus Würzburg, Wolfgang Offenberger

 

Hallo an alle PDA-Medicus-Freunde & -Interessierte!

Nachdem ich es satt hatte, mit einem Palm TX, einem Handy und noch als 3. Gadget zu Hause mit einem iPod Touch zu hantieren, habe ich jetzt kurzerhand ein iPhone 4 angeschafft. Das Ding ist eher obere Preisliga, aber es ist doch ein deutlicher Mehrwert für mich.

Den Such-Statistiken, welchen ich entnehmen kann, nach welchen Stichworten die Leute per Suchmaschine auf meine Webseite gelangen, darf ich entnehmen, dass das iPhone oder andere iOS-Geräte wie iPod Touch und iPad doch am meisten Interesse bei den Medizinern zu erwecken scheinen; Android-Geräte kommen weit später, BlackBerry oder Palm oder Windows Phone 7 deutlich abgeschlagen.

In der Klinik habe ich das iPhone jetzt häufig in der Tasche. Fast alle Applikationen, die ich auf meinem Palm TX nutzen konnte, gibt es auch für das iPhone. Der Internet-Zugang über Handy-Funktion oder WLAN (zwar noch nicht in der Klinik) ist ein deutlicher Mehrwert für mich. Mal eben die UICC-Stadien-Einteilung des Colorektalen Karzinoms bei Google suchen? Die Kamera-Funktion läßt mich Dienstpläne mal eben abfotographieren und per Email an Frau oder Freunde zur Termin-Absprache schicken.

Wen es interessiert, dem darf ich heute darlegen, was für Apps ich nutze – medizinisch wie nicht-medizinisch.

Medizinisch (ich verweise auch auf meine anderen Artikel zum Thema iPhone für Mediziner & Co., insbesondere dieser hier):

+ Medikamente:

- Arzneimittel iPocket (auf dieser Seite auch alle anderen iBooks vom Börm-Brockmeier-Verlag). etwa 5€ für die 2010 Version.

- ePocrates: super für Interaktionen. Basis-Version gratis.

- Micromedex Drug Information: das nutze ich neuerdings gelegentlich, um tiefgehende Informationen über Medikamente zu erhalten. Es ist wirklich sehr informativ & gratis.

+ Differential-Diagnosen:

- Diagnosaurus vom McGraw-Hill-Verlag. hatte ich auf dem Palm schon, mag ich immer noch sehr gerne.

- Differential Diagnosis von der British Medical Journal (BMJ) Publishing Group: Deutlich mehr in die Tiefe gehend als Diagnosaurus, mit Bildern & viel Text.

+ Medizinische Rechner:

- MedCalc [auch auf deutsch, Basis-Version gratis zudem eine Pro-Version erhältlich],

- Mediquations [sehr viele Formeln, ca. 4€],

- Dr´s Toolbag [BMJ Publishing Group, sehr viele Algorithmen & "Clinical Prediction Rules" zur Diagnosefindung, sogenannte "Evidence based medicine"],

- Qx Calculate: auch sehr viele Formeln in ansprechender Optik, möglicherweise als gute Ergänzung zu den o.g. Rechnern.

+ Referenz:

- Medscape: Wahnsinns-App! Gratis, sehr ausführlich. Leider nur auf Englisch. Die meisten Medizin-Fächer sind gelistet, auch chirurgische Fächer, die sonst ja oft zu kurz kommen. auch ein Medikamenten-Interaktions-Rechner. Prozeduren wie schnelle Inbutation (RSI) oder Leberbiopsie etc. werden erläutert. Mit Abstand eines der besten Programme, was man für umsonst auf das iPhone ziehen kann!

- iSilo: nach wie vor empfehle ich diesen günstigen Reader, weil aus der alten Palm-Zeit noch viele iSilo-fähige Dokumente im Web zu finden sind. Ein Beispiel ist “The Clinical Medicine Consult“, was ich auf meinem Palm sehr viel genutzt habe, mit dem iPhone aber zunehmend weniger nun. Man kann ja auch selber iSilo-Dokumente aus Webseiten generieren, wie das geht, habe ich hier beschriebenHier eine Anleitung, wie man iSilo-Dokumente auch auf das iPhone ziehen kann.

- Den “Herold – Innere Medizin” gibt es auch. Ich habe mir das nicht gekauft. Für so viel Geld hole ich mir lieber gleich die gedruckte Version & kann darin noch rumschmieren. Die iPhone-Version entspricht nämlich 1:1 dem Buch.

- Ich erwähne hier mal einen PDF-Reader, den mir ein Freund sehr empfohlen hat: GoodReader, kostet 2,99 €. kann auch große PDF sehr schnell öffnen, man kann Bearbeitungen vornehmen etc. Kann wohl auch MS Office-Dokumente öffnen und verwalten (z.B. Dienstplan als Excel-Datei). Ich bin sehr zufrieden damit. Beispiel: habe ein PDF von der letzten Fortbildung Intensivmedizin draufgezogen (über DropBox ohne Probleme mit PC synchronisiert), welche ich gleich heute im Dienst auf Intensivstation so anschauen konnte.

Weitere:

Hier bei iMedicalApps.com klicken für eine Übersicht für empfehlenswerte PubMed-Apps.

- Eponyms für Eigennamen, LabGear für Laborwerte und entsprechende differentialdiagnostische Erwägungen, “NEJM This Week” für kostenfreien Zugang auf ausgewählte Artikel und Bilder des New England Journal of Medicine, zudem “NEJM Image Challenge” als Bilder-Rätsel ganz nett für 2,50€.

KBV-Arztsuche, Radiology 2.0 (“one night in the ED”, Patientenfälle & CT-Bilder, zum Stöbern & Lernen, gratis).

Als Notarzt nützlich, sollte es jemals so schlimm kommen: “UN Nummer” und “Gefahrgut“, falls mal doch ein LKW mit Gefahrgut umkippt und ich vor der Feuerwehr am Unfallort wissen will, womit man es lieber nicht zu tun bekommen möchte.

ICD-Auskunft der TKK: Sehr nützlich & gratis, um auf die schnelle den korrekten ICD-Code zu finden, wenn man als Arzt z.B. auf Ambulanz-Karten selbst die Kodierei erledigen muss (ärztliche Kerntätigkeit).

+ Chirurgisches:

[vgl. auch diesen Artikel]

- für Chirurgen und Notfallmediziner interessant: die Seite “Traumatologie für den Handheld“, wie o.g. entweder z.B. für iSilo konvertieren und auf das iPhone laden oder direkt online lesen. Vom gleichen Autor auch “Die Lunge – Handheld!“, für Radiologen sicher von Mehrwert. ähnlich: OrthoRad für 4€ vom Radiologischen Insitutut Erlangen.

- MedScape, siehe oben, weil es gar so viel Chirurgisches beschreibt.

- AO Surgery & Müller AO Klassifikation – AO-Klassifikation der Frakturen & deren Behandlung.

- als Anatomie-App hat mir ein befreundeter Chirurg empfohlen: “Prometheus – Lernkarten der Anatomie“, wie der Atlas aus dem Hause Thieme.

Nicht-Medizinisch:

- Dropbox: auf meinem iPhone sowie auf dem PC installiert, kann ich hier einfach & kostenlos bis zu einer bestimmten GB-Menge Daten synchronisieren, z.B. PDF-Dateien, Word-Dokumente, Bilder etc. Auch ein Internet-Zugang erlaubt mir, diese Daten überall zu öffnen wenn nötig. Gratis in der Basisversion.

- Pulse News Reader: ein kostenfreier, optisch ansprechender RSS-Reader – beschleunigt das Lesen von RSS-fähigen Seiten wie meinem Liebslings-Blogs Liferhacker.com, KevinMD.com oder PalmDoc.net . Hier bei Lifehacker.com mehr über Pulse.

- DB Navigator: Als regelmäßiger Zug-Pendler ist das App der Deutschen Bahn wirklich toll: kommt der Zug pünktlich? wann geht der nächste Zug? Gratis.

- Evernote: was ich schmerzlich am Palm TX vermisse, ist dessen Memo-Anwendung. Einfach, schnell und ohne “Cloud” [guter Artikel über Chancen und Risiken von Cloud-Computing hier bei der Zeit], also reine Offline-Anwendung. Bislang ist mir nichts über den Weg gelaufen, was dieser Memo-Anwendung nahe kommt. So muss ich mich mit Alternativen begnügen. Eine davon heißt Evernote und ist in einer Basis-Version kostenfrei, für mehr gibt es günstige Angebote ab wenige Euro pro Monat. Evernote hat eine Webseite, eine iPhone-App und eine Mac- oder Windows-Anwendung. Über diese Schnittstellen kann man seine Memos verwalten & synchronisieren (leider über “Cloud”). Evernote bietet aber auch die Möglichkeit, Bilder, PDF-Dateien oder Sprach-Memos zu verwalten. wie praktisch das sein kann hier als Beispiel: der neue Dienstplan in der Klinik ist raus, aber grad nicht als Excel-Datei etc. verfügbar. -> iPhone nehmen, in Evernote über die iPhone-Kamera einen “Schnappschuß” erstellen, und nach ein bischen Editieren ist der Dienstplan in Evernote verfügbar. Man kann ihn auch gleich weitermailen. Evernote kann sogar Text aus eingescannten Bildern auslesen und in die globale Suche integrieren, fast schon unheimlich. Ein anderes Beispiel für Uploads sind z.B. sinnvolle Algorithmen aus Büchern, die man gerne mal zur Hand hätte. Die PDF-Datei vom letzten Weiterbildungs-Kurs “Intensivmedizin”. etc…Phantasie kennt keine Grenzen. Was ich nur problematisch finde: ich weiß nicht, wie gut Evernote auch in andere Formate exportierbar ist. Das heißt, dass man schnell von diesem Programm abhängig werden könnte. Dennoch habe ich heute meine 2500 Palm-Memos in Evernote importiert, diese Webseite half mir dabei, und es läuft problemlos.

- Simplenote: als Alternative zu Evernote kann Simplenote zwar nur Texte verarbeiten, und ich finde es läuft etwas instabil bei meinen ca. 2500 Palm-Memos, welche ich über das Programm Resoph Notes in Simplenote importieren [hier Anleitung, wie´s geht] konnte. Basis-Version gratis, Premium für wenig Geld. Dennoch möglicherweise für wenige Memos sehr sinnvoll und nicht so überfrachtet wie Evernote.

- weitere: LEO als schnelle Übersetzungshilfe, Telefonbuch, Deutschland-Radio für Programm, WikiPanion als Wikipedia-Lesegerät etc… Ihr wisst ja, dass der App-Store mittlerweile eine Hülle und Fülle von mehr oder weniger guten Programmen bietet.

So, das war jetzt aber viel für heute.

Welche Programme erscheinen den iPhone-Nutzern unter Euch sinnvoll? Was fehlt hier? Welche Tips habt Ihr parat? Ich freue mich auf Anregungen in den Kommentaren!

Gruß aus Würzburg, Wolfgang Offenberger

 

Medizin-Software für iPhone/iPod Touch.