Eine häufige Frage, die ich mir stelle, lautet: Wie kann ich all das, was z.B. an medizinischen Neuigkeiten täglich in mein Hirn einströmt durch Fachzeitschriften, Online-CME-Beiträge, Vorträge, Tipps von Oberärzten/-ärztinnen etc. am besten ingestiert werden? Ich vergesse vieles, möchte aber dennoch u.U. darauf zurückgreifen können. Deswegen mache ich mir bislang falls Zeit ist elektronische Notizen auf meinem Palm (“Memos”). Da der Palm allerdings ein Auslaufmodell ist und ich persönlich die Zukunft als “all-inclusive Lösung” im iPhone oder einen Android-Gerät sehe, schaue ich mich oft nach Alternativen für diese Memos um.

Eine Alternative möchte ich heute vorstellen: sie heißt “Zotero“; Zotero ist gratis erhältlich hier und arbeitet momentan noch als Plugin im Firefox-Browser, bald soll auch eine Desktop-Version (“Zotero Everywhere”) erscheinen (mehr hier). Das Plugin ist auch auf Deutsch verfügbar. Zotero öffnet sich im Browser als ein kleines Fenster am unteren Bildrand oder im Vollbild und verwaltet als Bibliotheks-Programm gesammelte Daten aller Art. Das tolle ist, dass man aus dem Firefox-Browser heraus mit einem Mausklick bereits bibliographische Informationen und Abstracts in seine Zotero-Bibliothek einpflegen kann, diese mit Bemerkungen versehen oder “tags” versehen kann u.v.m. Man kann auch PDF-Dateien anhängen, und die Bibliothek lässt sich mittels Stichwortsuche bequem durchsuchen.

Auch kostenfreie Plugins zur Integration in Textprogramme wie  Microsoft Word oder Open Office stehen zur Verfügung – hier kann man sich unter Umständen dann teure Software wie EndNote oder Reference Manager sparen [alte EndNote-Bibliotheken können z.B. auch in Zotero importiert werden, siehe hier und hier]. Für größere Datenpakete zur Speicherung auf Zotero-Servern wird eine geringe Gebühr fällig, Info hier.


Get Zotero

Warum schreibe ich dies in meinem PDA-Blog für Mediziner? Weil viele Mediziner in der Forschung tätig sind, nebenbei oder Vollzeit. Weil man sich diese gesammelten Daten über Internet-Browser auch auf mobilen Geräten wie iPhone oder anderen Smartphones ansehen kann, nach kostenloser Registrierung. Weil Zotero gratis ist. Weil Zotero als ein Universitäts-Projekt mit der Andrew W. Mellon Foundation im Rücken beständig ausgebaut wird und verbessert wird [so soll es bald auch für andere Browser wie Safari oder Google Chrome erhältlich sein]. Ich könnte mir vorstellen, dass es einst ein “Zotero-App” für iPhone oder Android-Geräte gibt. Weil es im Gegensatz zu so manchem kommerziellem Produkt gut exportierbar in andere Daten-Formate ist (denn wer weiß schon, ob die Daten, welche man heute in diesem Format generiert, in einigen Jahren mit Software XY im jenem Format kompatibel sind!?).

Ich beginne auch erst, Zotero intensiver zu nutzen, bin aber überzeugt, dass Zotero ganz großes Potential hat.

Alternativen zu Zotero findet Ihr auf dieser Seite, eine davon erscheint mir auch sehr vielversprechend, Mendeley, welche ähnlich funktioniert wie Zotero, aber zudem schon über ein iPhone App verfügt.

Was denkt Ihr über Zotero? Was habt Ihr für Ideen zu dieser Thematik? Ich freue mich über Kommentare und Anregungen in den Kommentaren!

Gesegnetes Weihnachtsfest und neues Jahr 2011 wünscht Wolfgang Offenberger!

  One Response to “Wissensmanagement mittels Zotero”

  1. Mittlerweile ist eine Desktop-Version von Zotero erschienen (“Standalone Zotero Alpha”), hier erhältlich http://www.zotero.org/support/standalone.
    Im Übrigen ist meine neue bevorzugte All-inclusive-Lösung zum Daten- und Ideen-Management Evernote geworden (http://www.evernote.com/), weil ich solchermassen Memos, PDF-Dateien, Fotos etc. auch mit meinem iPhone, mit der Web-Version und mit der Desktyp-Version synchronisiert halte und allzeit parat habe.
    < Wolfgang >

 Leave a Reply

(notwendig)

(notwendig, aber erscheint nicht auf der Webseite)

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>